Katholische Relgionslehre

„Religion ist im weitesten und tiefsten Sinne das,
was uns unbedingt angeht.“

(Paul Tillich, ev. Theologe, 1886 – 1965)

Wer ist heute schon noch religiös? Und wer braucht Religionsunterricht in einer pluralen Welt, in der jeder glauben kann, woran er will? In der viele gerne Erfolg, Macht oder Geld zu persönlichen Göttern erheben?
Nicht nur Paul Tillich besaß die Überzeugung, dass Religion, die Rückbindung (religare) des Menschen an eine transzendente Macht, die nichts mit materiellem Glück zu tun hat, eine existentielle Sehnsucht des Menschen ist. Diese Sehnsucht nach einer tieferen Dimension des Lebens, nach einem stützenden Fundament, das gerade durch persönliche Lebenskrisen trägt, möchte auch heute gestillt werden. Und gerade heute bedarf es Orientierungshilfen, um angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten eine tragfähige Sinnperspektive zu entwickeln.
Besonders junge Menschen, die nach ihrem Platz in der Welt suchen, haben in der Regel ein großes Bedürfnis nach einem Ort, an dem ihre Fragen nach dem Sinn und Ziel des Lebens gestellt und diskutiert werden dürfen.
Der Religionsunterricht ist ein solcher Ort. Er hat heute zunächst einmal die Aufgabe, junge Menschen, die nicht mehr selbstverständlich christlich sozialisiert sind, mit den kulturellen Grundlagen des christlichen Abendlandes vertraut zu machen. Auf dieser Basis macht er Jugendlichen das Angebot, ihre Lebensfragen im Lichte der christlichen Hoffnung zu deuten. Der Religionsunterricht „begleitet die jungen Menschen in ihrer Selbsterfahrung und Identitätsfindung“ und soll einen „reflektierten Dialog mit dem kirchlichen Glauben“ ermöglichen. Angesichts der weltanschaulichen Pluralität ist es zudem entscheidend, dass die Schüler „christlich verantwortete Toleranz“ entwickeln und „zur verständigen Begegnung mit anderen Religionen“ befähigt werden. Entscheidend ist dabei, dass stets alle Schüler im Blick des Religionslehrers bleiben: „Den gläubigen Schülern hilft [der Religionsunterricht], ihr Christsein reflektierend zu verantworten und zu vertiefen; die suchenden oder dem Glauben bewusst fernstehenden jungen Menschen regt er an, sich mit christlichen Positionen auseinanderzusetzen und den eigenen Standpunkt zu überdenken. Bei denjenigen, die sich gleichgültig zeigen, weckt er zudem Gespür für die Lebensbedeutsamkeit religiösen Fragens.“ (zitiert aus: Fachprofil des Lehrplans für kath. Religionslehre)

Ute Landgraf, für die Fachschaft katholische Religion

Ethik

Begreifen, was die Welt im Innersten zusammenhält…
Jeder Mensch ist einzigartig, aber kein Mensch steht für sich allein. Jeder ist eingebunden in seine Familie, seine Umwelt und in Traditionen, die ihn häufig viel stärker prägen, als er sich darüber bewusst ist.
Über das Menschsein nachzudenken, das eigene Handeln zu reflektieren, Traditionen kennenzulernen, zu durchdenken und sich zu ihnen zu positionieren – diesem Prozess des Erwachsenwerdens räumt der Bayerische Staat viel Raum ein, den wir am Albertinum gerne und bewusst füllen: Von der ersten bis zur zwölften Klasse wird zwei Stunden pro Woche Religion bzw. Ethik (Voraussetzungen für die Teilnahme am Ethikunterricht vgl. GSO und BayEUG) unterrichtet, je nachdem, was die Konfession oder das eigene Gewissen vorgibt.
Bei aller Unterschiedlichkeit in den einzelnen Lehrplaninhalten (Link ISB), geht es in Ethik und Religion immer darum, dass junge Menschen sich selbst und die Welt begreifen, damit sie als erwachsene Menschen ihre Welt gestalten und erleben können.

StDin Hoffmann