Klanggrenzen – Kreisler!

Im Rahmen des klassischen Musikfestivals Klanggrenzen erlebte die Q12 an diesem Freitagmorgen eine besondere Performance des Komponisten und Kabarettisten Victor Plumettaz. Der Georg-Kreisler-Interpret brachte – gemeinsam mit Laura Schäfer, die als Violinistin des Landestheaters und aus dem Vorsitz des Klanggrenzen e.V. dazu beiträgt, Musik auch mit „ungewöhnlichen“ Kunst- und Ausdrucksformen zu verbinden, eine beeindruckende Vorstellung in den den Anbau des Albertinums.

Überraschte Blicke wurden ausgetauscht, als Plumettaz am Klavier sitzend das erste Lied des Wiener Komponisten Kreisler anstimmt, das den Titel „Hurra, wir sterben!“ trägt. Schnell wird klar, Kreisler ist Satiriker. Die Texte sind gesellschaftskritisch, provokativ, wortwitzig und gewagt, holen damit das junge Publikum aber sofort ab, wenn es heißt: „Hurra, wir erben, die Welt in Scherben“. Zwischen den musikalischen Beiträgen informiert Plumettaz über das Leben des jüdischen Musikers, der während des Zweiten Weltkriegs nach Amerika emigrierte und erst nach 13 Jahren zurückkehrte. Eine Stunde lang lauschen die Schülerinnen und Schülern den Liedern Kreislers, die – wie Plumettaz erklärt – das Ziel verfolgen, im Rahmen der „Narrenfreiheit“ eines Satirikers zum Nachdenken anzuregen.

Was musikalisch oft einen unbeschwerten und verspielten Eindruck weckt, wird textlich durch schwarzen Humor, aber auch viel Tiefsinn ergänzt. Um Kreisler und seine Werke besser verstehen zu können, bezieht Plumettaz das Publikum immer geschickt mit ein und klärt am Ende der Vorstellung noch Fragen der Schülerinnen und Schüler.